
Cala Francese, die Felsbucht zum Schnorcheln vom Ufer aus
Eine Falte im Fels außerhalb des Orts, in der das Wasser von Türkis in Smaragdgrün übergeht. Bei ruhiger See gehört sie zu den besten Stellen der Insel für Maske und Schnorchel.
Heute: Nordostwind (Grecale) 12 Knoten. Wind von der Seite: wechselhafte Bedingungen, prüfe es vorher. Kompletter Wind-Guide
Cala Francese öffnet sich an der Südostküste von Lampedusa, kurz hinter dem Flughafen, an einem flachen, vom Fels zerschnittenen Küstenabschnitt. Ein breiter Strand ist das nicht, eher eine schmale Bucht, in der eine Zunge aus Sand, Kies und Stein zwischen zwei hellen Wänden hinunterläuft. Der Sand ist hier nicht so weiß wie an der Guitgia oder an der Cala Croce, dafür entschädigt die Farbe des Wassers: Am Ufer türkis, weiter draußen smaragdgrün, wo der Grund abfällt.
Die Bucht bleibt selbst im August ruhig, und genau das ist zugleich ihr Reiz und ihr Haken. Dahinter, Richtung Punta Sottile, trägt das Gelände noch die Spuren der alten Steinbrüche, aus denen Blöcke herausgeschnitten wurden, scharfe Schnittkanten und rechtwinklige Wände, die man in der Landschaft gut lesen kann. Vor Ort gibt es nichts, keinen Kiosk, keinen gebauten Schatten, keinen Rettungsschwimmer. Du musst autark ankommen, mit Wasser, Hut und einem Tuch, das auf Stein liegen kann.
| Zugang | mit Auto oder Roller |
|---|---|
| Entfernung | 2,5 km vom Ort, 35 Minuten zu Fuß |
| Untergrund | Sand und Fels |
| Wassertiefe | mittel |
| Schatten | keiner |
| Einrichtungen | keine |
| Parken | begrenzt |
| Mit Kindern | mit Vorsicht |
| Schnorcheln | mit das Beste der Insel |
| Geschützt bei | Nordwind (Tramontana), Maestrale (Nordwest), Westwind (Ponente) |
| Ungeschützt bei | Schirokko (Südost), Ostwind (Levante), Südwind (Ostro) |
Anfahrt
- Nimm vom Ort die Straße nach Osten, die am Flughafen entlangführt, und folge den Schildern zur Cala Francese.
- Mit Roller oder Auto sind es nur wenige Minuten vom Zentrum, zu Fuß dagegen ein langer Weg in der prallen Sonne.
- Stell das Fahrzeug auf dem Platz am Eingang ab, der nur wenige Autos fasst und in der Hochsaison schon vor zehn Uhr voll ist.
- Das letzte Stück zum Wasser ist kurz, führt aber über unebenen Fels: besser geschlossene Schuhe oder Sandalen mit fester Sohle statt Flipflops.
Der Grund und was du durch die Maske siehst
Das Wasser wird nur allmählich tiefer, der Untergrund ist jedoch gemischt: Sand auf den offenen Flächen, Platten und Blöcke entlang der Wände, dazu einzelne Felsen knapp unter der Oberfläche. Am besten steigst du über den Sandstreifen in der Mitte der Bucht ein, wo du festen Halt hast, während der Einstieg über die seitlichen Felsen wenig ratsam ist, weil sie nass und scharfkantig sind. Bist du im Wasser, folge lieber der Wand nach rechts oder links, statt gerade hinauszuschwimmen.
Spannend sind die Nischen unter dem Fels. Meist triffst du dort Schwärme von Mönchsfischen, Geißbrassen und Meerjunkern, weiter draußen die eine oder andere Brandbrasse und Kraken, die in den Spalten stecken. Auf den Platten sitzen Seeigel, Napfschnecken und kleine Weichtiere, tiefer unten tauchen Posidonia-Flecken auf. Weit hinausschwimmen musst du nicht, im Gegenteil: Die drei bis vier Meter Wasser unter der Wand sind ergiebiger als die sandige Mitte. Bei glatter See bleibt die Sicht den ganzen Vormittag ausgezeichnet.
Warum sich der frühe Morgen lohnt
In den ersten Stunden zeigt die Bucht ihre beste Seite. Das Meer ist meist ruhiger als am Nachmittag, wenn die Brise auffrischt, die Oberfläche kräuselt und die Sicht unter Wasser verschlechtert. Der Sand am Grund ist noch nicht von Badenden aufgewirbelt, du siehst durch die Maske also deutlich mehr. Dazu kommt, dass der Platz für die Autos noch frei ist und die Felswand an ihrem Fuß einen Schattenstreifen wirft, der sich allerdings bis zum späten Vormittag zurückzieht und nicht wiederkommt.
Der Wind, der sie öffnet, und der, der sie schließt
Cala Francese blickt nach Südosten, und das entscheidet alles. Bei Maestrale (Nordwest), Tramontana (Nord) oder Ponente (West) liegt sie geschützt, das Wasser steht still und klar, ideale Bedingungen für die Maske. Bei Schirokko (Südost), Levante (Ost) oder Wind aus Süden läuft das Meer direkt in die Bucht, wirbelt den Sand auf und trübt ihn ein, dann lohnt sich Schnorcheln nicht. An solchen Tagen wechselst du besser auf die Ost- oder Nordostseite, zur Cala Pisana, zur Cala Creta oder zum Mare Morto.
Hier gibt es nichts, du bringst alles mit
Rechne mit dem völligen Fehlen jeder Infrastruktur. Verlass dich nicht auf einen Kiosk, eine Toilette oder gemietete Liegen und Sonnenschirme, denn hier bringst du alles mit und nimmst alles wieder mit, den Müll eingeschlossen. Natürlicher Schatten ist kaum vorhanden und verschwindet, sobald die Sonne hoch steht, du brauchst also Sonnenschirm oder Strandmuschel, reichlich Wasser und Sonnencreme. Der Ort liegt nur Minuten entfernt, das hilft, aber mit kleinen Kindern planst du besser vor, statt auf eine schnelle Rückfahrt zu setzen.
Badeschuhe statt Flipflops
Der gemischte Grund und die Felsen knapp unter der Oberfläche machen das Ein- und Aussteigen zum heikelsten Moment des Tages. Ein Paar Badeschuhe bringt dich ohne Schnittwunden und ohne Ausrutschen ins Wasser und zurück, und du kannst damit über die Platten laufen, um die richtige Einstiegsstelle zu suchen.
Du bist in einem Meeresschutzgebiet
Baden und Schnorcheln sind erlaubt, es gelten aber die Regeln des Meeresschutzgebiets Isole Pelagie: keine Organismen anfassen oder von den Felsen lösen, keine Seeigel, Muscheln oder Steine sammeln, die Fische nicht füttern. Wer über das Meer anreist, darf niemals auf Posidonia ankern. Die Einzelheiten stehen auf der Website der zuständigen Verwaltung.
Wo Cala Francese liegt
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Häufige Fragen
Ist die Cala Francese für Kinder geeignet?
Mit etwas Aufmerksamkeit ja, die einfachste Wahl ist sie aber nicht. Der Grund ist gemischt, einzelne Felsen ragen heraus, es braucht also Badeschuhe und ständige Aufsicht, und das Wasser wird früher tief als an der Guitgia. Dienstleistungen und verlässlicher Schatten fehlen. Mit ganz Kleinen sind Cala Madonna oder Guitgia besser, die Cala Francese hebst du dir für einen Schnorchelvormittag mit größeren Kindern auf.
Gibt es Kiosk, Toiletten oder Liegen?
Geh davon aus, dass es nichts gibt, und plane entsprechend: Wasser, Essen, Sonnenschirm und ein Müllbeutel. An den kleineren Buchten der Insel ändert sich das Angebot von Saison zu Saison, verlass dich also nicht auf das, was du anderswo gelesen hast, und schau vor Ort nach. Der Ort ist nicht weit entfernt, falls dir etwas fehlt.
Bei welchem Wind meide ich sie besser?
Bei Schirokko (Südost), Levante (Ost) und Südwind allgemein, denn dann läuft das Meer in die Bucht, das Wasser trübt ein und die Maske nützt wenig. Ausgezeichnet ist sie dagegen bei Maestrale (Nordwest), Tramontana (Nord) und Ponente (West), die sie spiegelglatt lassen. Sieh dir am Abend zuvor die Vorhersage an und halte eine Alternative im Osten bereit.
Muss ich für den Zugang reservieren?
Nein. Die verpflichtende Reservierung mit Zeitfenstern betrifft den Kaninchenstrand im Naturschutzgebiet. Die Cala Francese ist zu jeder Tageszeit frei zugänglich. Die einzige praktische Grenze ist der Parkplatz, der wenige Autos fasst und sich im August früh füllt, und genau der bestimmt am Ende, wann du losfahren solltest.
Komme ich ohne Auto oder Roller hin?
Ja, zu Fuß ist es ein langer Weg vom Zentrum auf der Straße am Flughafen entlang, allerdings ohne jeden Schatten und in den heißen Stunden wenig angenehm. Mit dem Rad geht es ebenfalls, weil der Höhenunterschied gering ist. Am bequemsten bleibt der Roller, der in der Hochsaison lange im Voraus gebucht werden muss.



