
Cala Pisana, die Bucht die deinen Schirokko-Tag rettet
Wenn der Schirokko (Südost) von Punta Sottile bis Capo Ponente Welle aufbaut, bleibt die Ostküste glatt. Cala Pisana ist die Bucht, die dir den Tag rettet, wenige Minuten vom Ort entfernt.
Heute: Nordostwind (Grecale) 12 Knoten. Diese Bucht liegt ungeschützt, rechne mit Welle und trübem Wasser. Besser auf Guitgia, Cala Croce, Cala Madonna ausweichen. Kompletter Wind-Guide
Cala Pisana liegt an der Ostküste, kurz hinter dem Flughafen, und ist eine der wenigen Buchten der Insel, in der es zwei ganz verschiedene Arten gibt, ins Wasser zu gehen. Auf der einen Seite ein kleiner Sandstrand, an dem der Grund über eine gute Strecke flach bleibt, auf der anderen eine flache Felsplattform, fast schon ein Kai, von dem aus gesprungen und über eine Leiter wieder herausgestiegen wird. Die Bucht ist schmal und liegt eingeschnitten zwischen Felswänden, und genau diese Form hält die Welle aus dem Süden draußen.
Das ist nicht die spektakulärste Bucht Lampedusas, und sie will es auch gar nicht sein. Sie ist der Ort, an dem du landest, wenn die Südküste unbrauchbar wird und der Tag zu kippen droht, und fast immer geht die Rechnung auf. Platz gibt es wenig, deshalb kommen an einem richtigen Schirokko-Tag viele gleichzeitig auf dieselbe Idee und der Sand ist früh belegt. Ein Kiosk deckt das Nötigste ab, ein paar Liegen und etwas zu trinken, alles andere (Schatten, Wasser, Badeschuhe) bringst du besser selbst mit.
| Zugang | mit Auto oder Roller |
|---|---|
| Entfernung | 2 km vom Ort, 25 Minuten zu Fuß |
| Untergrund | Sand und Fels |
| Wassertiefe | flach am Ufer |
| Schatten | wenig |
| Einrichtungen | Kiosk |
| Parken | begrenzt |
| Mit Kindern | gut |
| Schnorcheln | gut |
| Geschützt bei | Schirokko (Südost), Südwind (Ostro), Südwestwind (Libeccio), Westwind (Ponente), Maestrale (Nordwest) |
| Ungeschützt bei | Ostwind (Levante), Nordostwind (Grecale) |
Anfahrt
- Fahre vom Ort Richtung Flughafen und dann weiter auf der Straße, die an der Ostseite zur Cala Pisana hinunterführt, mit dem Roller sind das wenige Minuten.
- Zu Fuß ist es machbar, aber es ist ein langes Stück Asphalt fast ohne Schatten, im Juli und August solltest du am späten Vormittag lieber Roller oder E-Bike nehmen.
- Als Parkplatz gibt es nur ein paar Buchten am Straßenrand, komm also vor zehn oder nach sechzehn Uhr, und stelle dich nie vor eine Hauseinfahrt, denn hier wird gewohnt.
- Das letzte Stück sind wenige Meter zu Fuß, ein kurzes Gefälle ohne anspruchsvollen Pfad, du kannst also problemlos die Kühltasche mitnehmen.
Am Abend vorher erkennen, dass morgen ein Ostküsten-Tag wird
Auf Lampedusa entscheidet der Wind über den Strand, und du triffst die Entscheidung am Abend vorher mit einer Wind-App (Windy, Windfinder, was du eben nutzt). Wichtig ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die Richtung. Kommt der Pfeil aus Südost, also Schirokko, wird die ganze Südküste von Punta Sottile bis Capo Ponente kabbelig und die Sicht im Wasser schlechter, Guitgia, Cala Croce oder der Kaninchenstrand sind dann nur zweite Wahl. Im selben Moment liegt das Meer hier im Osten spiegelglatt.
Der gutmütige Sektor ist hier breit, der problematische schmal, und das ist ein Glücksfall: alles von Südost über Süd und West bis Nordwest passt, kritisch sind nur Ost- und Nordostwind. Denk auch an den Tag nach dem Winddreher, denn die Welle braucht Stunden, bis sie einschläft, und die alte Dünung kommt noch an, wenn die Vorhersage längst Ruhe meldet. Im Zweifel schaust du dir das Wasser vom Hafen aus an, bevor du die Tasche einlädst.
Wo du ins Wasser gehst und was du unten siehst
Es gibt zwei Einstiege, und sie sind nicht gleichwertig. Vom Sand aus gehst du einfach hinein, der Grund bleibt eine ganze Weile flach und sandig, das ist der richtige Weg mit Kindern oder wenn du nicht gern springst. Von der Felsplattform geht es aus gut einem Meter Höhe hinunter, zurück kommst du über die Leiter: bequem, aber prüfe vorher, dass unten freies Wasser ist und kein Fels knapp unter der Oberfläche liegt. Am besten schnorchelst du an den Rändern, wo der Sand in Fels übergeht, zwischen Geißbrassen, Mönchsfischen, weidenden Goldstriemen und manchmal einem Kraken in der Spalte. Nur schauen, das hier ist Meeresschutzgebiet.
Mit Kindern funktioniert es, mit ein paar Einschränkungen
Flaches Wasser, stilles Meer und der Ort nur wenige Minuten entfernt machen Cala Pisana zu einer guten Basis für einen Tag mit kleinen Kindern, besser als der Durchschnitt der Inselbuchten. Drei Dinge solltest du beachten. Nasser Fels ist rutschig und stellenweise scharfkantig, Badeschuhe sind hier mehr wert als jede andere Ausrüstung. Der Sprung vom Kai ist nichts für die Kleinsten, und der Aufstieg über die Leiter erst recht nicht, wenn das Meer nicht ganz ruhig ist. Und Schatten gibt es nach elf Uhr praktisch keinen mehr, also nimm einen eigenen Sonnenschirm mit oder plane die Rückkehr zur Mittagszeit.
Wenn es voll ist, bleib auf dieser Inselseite
Cala Pisana ist klein, und an Schirokko-Tagen kommen alle gleichzeitig darauf. Ist der Parkplatz belegt oder der Sand besetzt, fahre einfach an der Ostküste weiter, denn Cala Creta und Mare Morto bieten denselben Schutz und anderes Wasser. Hab außerdem Bargeld dabei, an Kiosken ist die Karte nicht immer eine Option.
Wann diese Bucht die falsche Wahl ist
Bei Ost- oder Nordostwind liegt die Bucht genau offen zur Welle: das Meer läuft kurz und hackig hinein, der Sand wirbelt auf, Schnorcheln lohnt sich nicht und der Aufstieg über die Leiter wird unangenehm. An solchen Tagen ist die Südküste richtig, Guitgia oder Cala Croce.
Wo Cala Pisana liegt
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Häufige Fragen
Ist Cala Pisana für Kinder geeignet?
Ja, mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen. Der sandige Grund bleibt ufernah flach, und an den richtigen Tagen bewegt sich das Meer kaum, Kinder können also entspannt spielen. Aufpassen musst du auf den nassen Fels, der rutscht, und auf die erhöhte Plattform, von der gesprungen wird. Zieh den Kindern Badeschuhe an und bring einen Sonnenschirm mit, natürlichen Schatten gibt es fast keinen.
Muss man für den Zugang reservieren?
Nein. Die Reservierungspflicht betrifft den Kaninchenstrand im Naturreservat, nicht die Cala Pisana, hier kommst du jederzeit frei hinein. Die einzige echte Grenze ist der Platz, denn die Bucht ist klein und es gibt nur wenige Stellplätze. In der Hochsaison entscheidet deine Ankunftszeit, nicht das Datum im Kalender.
Kommt man vom Ort zu Fuß hin?
Man kann, aber du solltest wissen, was dich erwartet. Es ist ein langer Fußweg auf Asphalt, fast ohne Schatten und ohne durchgehenden Gehweg, entlang der Flughafenstraße. Um acht Uhr morgens ist der Weg angenehm, um zwei Uhr nachmittags deutlich weniger. Mit Kindern oder schwerem Gepäck nimmst du besser Roller, E-Bike oder Auto.
Wie ist das Schnorcheln in Cala Pisana?
Gut, aber nicht spektakulär, und es spielt sich an den Rändern ab. In der Mitte ist der Grund Sand und es gibt wenig zu sehen, doch sobald du dich zu den Felswänden bewegst, findest du Geißbrassen, Mönchsfische, Goldstriemen und gelegentlich einen Kraken in wenigen Metern Tiefe. Für den ersten Versuch mit der Maske ist das ideal. Reichere Unterwasserwelt bietet Cala Creta an derselben Küste.
Wann sollte man sie meiden?
Wenn der Wind aus Ost oder Nordost kommt. Dann läuft die Welle direkt in die Bucht, das Wasser trübt sich durch aufgewirbelten Sand und der Ausstieg über die Leiter wird ungemütlich. Genau an diesen Tagen beruhigt sich die Südküste wieder, der Wechsel ist also einfach: Guitgia, Cala Croce und Cala Madonna statt Ostküste.

