
Mare Morto, Fels und stilles Wasser unterhalb von Capo Grecale
Auch Cala Calandra genannt, bleibt sie ruhig, wenn Südwind den Rest der Insel aufwühlt. Kein Sand, nur Fels, und ein Grund, der jeden mit Maske und Schnorchel belohnt.
Heute: Nordostwind (Grecale) 12 Knoten. Diese Bucht liegt ungeschützt, rechne mit Welle und trübem Wasser. Besser auf Guitgia, Cala Croce, Cala Madonna ausweichen. Kompletter Wind-Guide
Mare Morto liegt an der Nordostseite der Insel, außerhalb des Orts und knapp unterhalb des Leuchtturms von Capo Grecale. Auf Karten findest du sie auch als Cala Calandra, doch alle benutzen den anderen Namen, und der beschreibt genau das, was du siehst, eine Wasserfläche, die stillsteht, während sich der Rest der Küste bewegt. Das ist kein Strand, sondern eine Falte aus hellem Fels, mit Blöcken wenige Meter vom Ufer und einer Farbe, die ins tiefe Blau kippt, sobald der Grund abfällt.
Wer hier Sand sucht, ist in drei Sekunden enttäuscht. Es gibt keinen Sand, keinen Kiosk, keinen Meter Schatten, du legst dein Handtuch auf den Fels und steigst über eine natürliche Stufe ins Wasser. Dafür bekommst du einen Grund, der schon nach wenigen Zügen über Blöcke und Spalten abfällt, und eine Ruhe, die du an Schirokko-Tagen sonst nirgends findest. Das ist die Bucht für alle, die zum Schwimmen kommen und um unter Wasser zu schauen.
| Zugang | mit Auto oder Roller |
|---|---|
| Entfernung | 3 km vom Ort, 40 Minuten zu Fuß |
| Untergrund | Fels |
| Wassertiefe | mittel |
| Schatten | keiner |
| Einrichtungen | keine |
| Parken | begrenzt |
| Mit Kindern | mit Vorsicht |
| Schnorcheln | mit das Beste der Insel |
| Geschützt bei | Südwind (Ostro), Südwestwind (Libeccio), Westwind (Ponente), Schirokko (Südost) |
| Ungeschützt bei | Nordwind (Tramontana), Nordostwind (Grecale), Ostwind (Levante) |
So kommst du hin
- Nimm vom Ort aus die Straße hinauf zum Leuchtturm von Capo Grecale, Richtung Nordosten, wenige Minuten mit dem Roller.
- Kurz nach der Abzweigung nach Cala Creta hältst du dich rechts und folgst dem schmalen Sträßchen hinunter zum Meer.
- Stell dein Fahrzeug auf dem Schotterplatz am Ende ab, wo es nur wenige Plätze gibt und niemand aufpasst, lass also nichts sichtbar liegen.
- Geh danach rund hundert Meter zu Fuß über Fels und loses Geröll bis zu den ersten Plattformen über der Bucht.
- Im Sommer fährt in der Regel eine Ortsbuslinie durch diese Gegend, frag aber vor Ort nach der Haltestelle und der letzten Rückfahrt.
Warum das Wasser hier ruhig bleibt
Die Bucht ist tief eingeschnitten und wird im Rücken von der Landzunge des Capo Grecale gedeckt. Die Winde, die den Sommer auf Lampedusa bestimmen, kommen meist aus Süd oder West, und aus diesen Sektoren baut sich hier keine Welle auf. Bei Schirokko (Südost), der entlang der gesamten Südküste Seegang erzeugt und die Sicht trübt, bleibt Mare Morto glatt und klar. Genau deshalb hat der Spitzname den Namen Cala Calandra im Alltag verdrängt.
Die Kehrseite ist, dass der falsche Wind sie ausschaltet. Dreht es auf Tramontana (Nord), Grecale (Nordost) oder Levante (Ost), läuft die Welle direkt in die Einbuchtung, und die Bucht wird zu einem der ungemütlichsten Badeplätze der Insel. Schau dir am Vorabend die Vorhersage an und denk in Windsektoren statt in ganzen Tagen, denn der Morgen, der die Südküste ruiniert, macht diese Seite perfekt. Bei Maestrale (Nordwest) bleibt das Wasser hier meist lesbar, das Beste bietet dann aber die Südseite.
Der Einstieg ins Wasser und die Frage der Schuhe
Einen einzigen Einstieg gibt es nicht, der Fels fällt in Stufen ab und jeder sucht sich seine eigene. Halte nach einer trockenen, rauen Stufe Ausschau und meide die Platten mit braunem Algenbelag, glitschig wie Seife. Badeschuhe sind hier kein Ratschlag, sondern Mindestausrüstung, wegen der Seeigel und vor allem für den Ausstieg, der mit nassen Händen der unangenehme Teil ist. Schau nach unten, bevor du springst, denn wenige Meter vom Ufer liegen Blöcke, die man von oben nicht sieht.
Was du mit Maske und Schnorchel siehst
Zehn Meter genügen, um zu verstehen, warum man auf Lampedusa unter Wasser geht. Der Grund ist eine Abfolge von Blöcken, Spalten und kleinen Grotten, mit Schwärmen von Mönchsfischen, Geißbrassen und Meerjunkern und dem einen oder anderen Fisch im Loch. Weiter draußen tauchen Inselchen und ein Felsbogen auf, und die Tiefe nimmt allmählich zu. Die Regeln des Meeresschutzgebiets gelten voll, also nichts anfassen, nichts mitnehmen, keine Fische füttern und nicht auf die Posidonia treten.
Der Leuchtturm, der Sonnenaufgang und das Nichts drumherum
Etwas weiter oben auf der Landzunge steht der Leuchtturm von Capo Grecale, der Ort auf der Insel, an dem man den Sonnenaufgang anschaut, und der beste Grund, den Vormittag hier zu planen. Bei allem anderen hältst du die Erwartungen besser bei null, denn es gibt keine Bar, keine Liegen, keine Toiletten, keine Duschen und keinen natürlichen Schatten außer dem schmalen Streifen einer Felswand am frühen Morgen. Bring Wasser für alle mit, etwas zu essen und einen Müllbeutel.
Komm früh und geh früh
Das gute Zeitfenster reicht vom Sonnenaufgang bis etwa zehn Uhr, wenn das Wasser am ruhigsten ist, das flache Licht den Grund lesbar macht, der Fels noch nicht glüht und der Parkplatz frei ist. Gegen Mittag wird dieselbe Bucht ohne einen Zentimeter Schatten anstrengend.
Wann du nicht herkommen solltest
Bei Wind aus Nord, Nordost oder Ost verliert die Bucht den Namen, den sie trägt, die Welle läuft direkt hinein, nasser Fels wird rutschig und der Ausstieg aus dem Wasser ist der gefährliche Teil. An solchen Tagen verlegst du das Bad auf die Südseite. Denk außerdem daran, dass die Zone A des Meeresschutzgebiets jenseits von Capo Grecale beginnt, wo Baden nicht erlaubt ist.
Wo Mare Morto liegt
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Häufige Fragen
Warum heißt sie Mare Morto
Weil das Wasser der Bucht bei den im Sommer häufigsten Bedingungen praktisch bewegungslos daliegt, geschützt vor den Winden aus Süd und im Rücken gedeckt von der Landzunge des Capo Grecale. Auf Karten erscheint dieselbe Bucht als Cala Calandra, doch auf der Insel sagt das fast niemand. Das heißt nicht, dass sie immer ruhig wäre, denn bei Nordwind bewegt sie sich sehr wohl.
Ist Mare Morto für Kinder geeignet
Das hängt vom Alter ab und davon, wie sicher sie sich im Wasser fühlen. Es gibt keinen Sand zum Spielen, der Einstieg führt über unregelmäßigen Fels und die Tiefe nimmt schnell zu, für Zwei- oder Dreijährige ist das also nichts. Mit größeren Kindern, die gut schwimmen und Maske und Badeschuhe dabeihaben, wird sie zu einer der unterhaltsamsten Buchten der Insel.
Braucht man wirklich Badeschuhe
Ja, pack sie schon zu Hause ein. Hier gibt es keinen Meter Sand, du läufst auf blankem Fels, der an nassen Stellen oft von Algen rutschig ist, und Seeigel sitzen häufig in den Spalten knapp unter der Oberfläche. Badesandalen oder Neoprenschuhe funktionieren beide, solange sie beim Schwimmen am Fuß bleiben.
Gibt es Bars, Liegen oder Toiletten
Nein, nichts davon. Mare Morto ist eine freie Bucht ganz ohne Einrichtungen, also kein Kiosk, kein Verleih, keine öffentlichen Toiletten und kein Schatten. Der Parkplatz ist ein Schotterplatz mit wenigen Stellplätzen. Plane einen halben Tag in Eigenregie, mit reichlich Wasser, Hut, Sonnencreme, einem dicken Handtuch für den Fels und einem Beutel für den Müll.
Kann man hier schnorcheln und tauchen
Das ist einer der wichtigsten Gründe herzukommen. Vom Ufer aus hast du mit Maske und Schnorchel Blöcke, Spalten und kleine Grotten in wenigen Metern Entfernung. Die Gegend ist auch zum Gerätetauchen beliebt, wobei die Touren vom Hafen aus organisiert werden und nicht von der Bucht. Auf der Insel gibt es eine Druckkammer, ein Detail, das Taucher zu schätzen wissen.

