
Tabaccara, das Wasser, in dem die Boote zu schweben scheinen
Das ist kein Strand, und es gibt kein Ufer zum Liegen. Die Tabaccara ist ein Stück Meer an der Südwestküste, zu dem du mit dem Boot fährst, hineinspringst und nach unten schaust.
Heute: Nordostwind (Grecale) 12 Knoten. Diese Bucht liegt geschützt, das Meer sollte ruhig sein. Kompletter Wind-Guide
Die Tabaccara liegt an der Südwestküste, zwischen Cala Galera und der Kanincheninsel, und taucht in keiner Strandliste auf, weil sie schlicht keiner ist. Sie ist ein Wasserbecken zwischen hellen Felswänden, ohne einen Streifen Sand zum Anlanden. Die meisten kennen sie von Fotos: Boote vor Anker, die in der Luft zu hängen scheinen, mit dem Schatten des Rumpfes ein paar Meter tiefer auf dem Grund. Den Effekt gibt es wirklich, aber nur solange die Sonne hoch steht.
Deshalb ist die Tabaccara der feste Stopp fast jeder Inselrundfahrt. Du fährst morgens aus dem Hafen, folgst der Südküste, und hier geht der Motor aus für die erste lange Pause des Tages. Zum Sonnen kommt niemand her. Du kommst, um mit Maske und Schnorchel im Wasser zu sein, so lange die Crew es zulässt, bevor es weiter zur Kanincheninsel und an die Nordküste geht. Vom Land aus kannst du nur von oben hinunterschauen.
| Zugang | nur per Boot |
|---|---|
| Untergrund | Fels |
| Wassertiefe | mittel |
| Schatten | keiner |
| Einrichtungen | keine |
| Mit Kindern | mit Vorsicht |
| Schnorcheln | mit das Beste der Insel |
| Geschützt bei | Nordwind (Tramontana), Nordostwind (Grecale), Ostwind (Levante) |
| Ungeschützt bei | Südwind (Ostro), Südwestwind (Libeccio), Westwind (Ponente) |
So kommst du hin
- Buche die Bootstour am Vortag und nicht erst am Morgen selbst, im August besonders.
- Alternativ mietest du ein kleines Schlauchboot und fährst an der Küste nach Westen, nicht weit ab Hafen.
- Sieh dir am Abend vorher die Windvorhersage an, denn bei Welle aus Südwest wird der Stopp gekürzt oder gestrichen.
- Pack Maske, Schnorchel, Wasser und Sonnencreme ein, denn hier geht niemand an Land und es gibt nichts vor Ort.
- Wenn du an Land bleibst: von der Straße Richtung Kanincheninsel und Capo Ponente führen einige unmarkierte Pfade an die Klippenkante, dafür brauchst du feste Schuhe.
Warum das Wasser leer aussieht
Die Farbe ist kein Filter. Der Grund besteht aus hellem, fast weißem Fels mit Sandzungen dazwischen und wirft fast das gesamte Licht wieder nach oben. Das Wasser darüber bleibt ruhig und sedimentarm, weil das Becken geschlossen ist und keine Strandbrandung es aufwühlt. Das Licht legt den Weg zweimal zurück, hinunter und wieder herauf, und die tatsächliche Tiefe verschwindet. Ein Rumpf über fünf oder sechs Metern Wasser sieht aus, als läge er auf Glas.
Der Effekt hängt an der Uhrzeit. Du brauchst hohen Sonnenstand, ungefähr zwischen elf und zwei Uhr nachmittags, wenn die Strahlen fast senkrecht eindringen statt an der Oberfläche abzuprallen. Davor und danach bleibt das Blau schön, aber der Grund wird stumpf und die Fotos wirken flach. Genau deshalb sind die Bootsrouten so gebaut, mit Ankunft hier am späten Vormittag.
Wie der Stopp wirklich abläuft
Die Pause dauert meist zwischen einer halben und einer Stunde, selten länger, denn die Crew hat noch die Kanincheninsel, das Mittagessen und die Nordküste vor sich. Du steigst vom Boot aus ins Wasser, in der Regel über eine Leiter am Heck, und kommst an derselben Stelle wieder hoch. Es gibt kein Ufer, kein Handtuch zum Ausbreiten, keinen Schatten außer dem Sonnensegel. Wer seekrank wird, bleibt besser sitzen, weil der Rumpf ohne Motor spürbar rollt.
Maske und Schnorchel bringst du von zu Hause mit. An Bord liegt fast immer Leihmaterial, aber es ist Einheitsware, oft beschlagen und selten in deiner Größe, und eine halbe Stunde vergeht schnell, wenn du sie mit dem Justieren eines Bandes verbringst. Flossen sind bequem, aber nicht nötig, während ein langärmeliges Shirt im Wasser den Rücken vor einem Sonnenbrand schützt, der hier unbemerkt kommt.
Gruppentour oder eigenes Schlauchboot
Die organisierte Tour bringt dich dorthin, wo die Crew sich auskennt, erklärt dir, was du siehst, und verlangt keine Bootserfahrung, gibt aber die Zeiten vor. Du kommst an, wenn schon mehrere Boote ankern, und fährst weiter, wenn der Skipper es sagt. Ein kleines Mietschlauchboot dreht das um, denn du wählst die Uhrzeit, kannst früh vorbeischauen oder nach dem Andrang am frühen Nachmittag und bleibst so lange im Wasser, wie du willst. Dafür übernimmst du Navigation, Ankern und Wetter.
Regeln des Meeresschutzgebiets
Du bist im Meeresschutzgebiet Isole Pelagie, und die Regeln gelten auch für einen kurzen Stopp. Nichts einsammeln, keine am Fels festsitzenden Organismen anfassen, die Fische nicht füttern. Der Anker darf nie auf Posidonia-Wiesen fallen, also auf die dunklen Flecken am Grund, und wo Bojen liegen, benutzt du diese. Die Zonierung wechselt von Abschnitt zu Abschnitt, und der Gürtel um die Kanincheninsel ist am strengsten geschützt, prüfe daher die aktuellen Regeln auf der Website des Schutzgebiets, bevor du selbst hinausfährst.
Frag vor dem Buchen nach der Uhrzeit
Frag beim Buchen, wann der Stopp an der Tabaccara vorgesehen ist. Abfahrten am späten Vormittag kommen mit hoher Sonne an, Nachmittagstouren passieren die Bucht oft erst auf dem Rückweg, wenn der Grund sein Licht schon verloren hat. Es ist die eine Frage, die den Tag wirklich verändert.
Versuch nicht, hinzuschwimmen
Die Tabaccara hat keinen Landzugang, und die Strecke ist nichts zum Schwimmen. Die Wände sind hoch und senkrecht, es gibt keine Stelle zum Herausklettern und Ausruhen, und über das Becken fahren ständig Boote und Schlauchboote, deren Besatzung dich von oben nicht sieht. Von der Küste schaust du hinunter, ins Wasser kommst du nur mit einem Boot.
Wo Tabaccara liegt
Buchten in der Nähe
Häufige Fragen
Kommt man vom Land aus zur Tabaccara?
Nein. Es gibt keinen Weg hinunter zum Wasser, denn die Bucht ist von hohen senkrechten Felswänden umschlossen, ohne Strand und ohne Anlegestelle. Von der Straße Richtung Kanincheninsel und Capo Ponente erreichst du einige Aussichtspunkte von oben, hervorragend für Fotos, aber ins Wasser kommst du nur mit einem Boot. Versuch keine Schwimmstrecke von einer Nachbarbucht aus.
Wie lange dauert der Stopp bei der Inselrundfahrt?
Meist zwischen einer halben und einer Stunde, je nach Route und je nachdem, wie viele Stationen noch folgen. Ganztagstouren bleiben länger, Halbtagstouren fahren zügig weiter. Wenn dir vor allem das Schnorcheln wichtig ist, frag vor dem Buchen nach und denk über eine Fahrt im eigenen Schlauchboot nach, bei der du die Zeiten bestimmst.
Gruppentour oder Mietboot, was ist besser?
Das hängt davon ab, was du suchst. Die Gruppentour ist bequem, verlangt keine Bootserfahrung und schließt oft ein Mittagessen an Bord ein, folgt aber festen Zeiten und trifft ein, wenn die Bucht schon voll ist. Mit einem kleinen Schlauchboot wählst du die Uhrzeit, bleibst beliebig lange im Wasser und weichst aus, wenn es zu voll wird, musst aber selbst fahren und das Wetter lesen.
Soll ich Maske und Schnorchel mitbringen?
Ja. Leihmaterial an Bord gibt es fast immer, aber es ist Einheitsware und nicht immer in gutem Zustand, und bei einem kurzen Stopp willst du keine Minuten mit der Suche nach der passenden Größe verlieren. Nimm zusätzlich ein langärmeliges Shirt fürs Wasser mit, denn die Sonne von oben verbrennt den nassen Rücken unbemerkt.
Bei welchem Wind fällt der Stopp aus?
Bei Wind aus Südwest oder West läuft das Meer direkt in die Bucht und das Wasser verliert seine Klarheit, deshalb wird der Stopp gekürzt oder durch eine andere Station ersetzt. Bei Wind aus Nord, Nordost oder Ost bleibt es hier glatt. Starker Wind aus jeder Richtung kann Ausflüge ganz ausfallen lassen, sieh dir also am Abend vorher die Vorhersage an.



