12 Fehler, die du auf Lampedusa vermeiden solltest
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12 Fehler, die du auf Lampedusa vermeiden solltest

Lampedusa ist klein, die Saison ist kurz und fast alles muss im Voraus gebucht werden. Das sind die zwölf Fehler der ersten Reise, und was du stattdessen tun kannst.

Warum Lampedusa Improvisation bestraft

Lampedusa misst rund 20 Quadratkilometer, und die Saison ist kurz und dicht. Zwischen Juni und September sind viel mehr Menschen auf der Insel als im übrigen Jahr, und fast alles, was du brauchst, Plätze am Strand, Roller, Bootstouren, Tische, ist zuerst weg. Wer ankommt und von Tag zu Tag entscheiden will, verzichtet am Ende auf etwas.

Keiner der folgenden Fehler ist eine Katastrophe. Es sind die Dinge, die dich einen Vormittag kosten, dich in der prallen Sonne laufen lassen oder dir den einzigen ruhigen Seetag der Woche verderben. Fast alle lassen sich mit zehn Minuten Vorbereitung am Vorabend vermeiden.

Die 12 häufigsten Fehler beim ersten Besuch

Sortiert nach Häufigkeit, nicht nach Schwere. Wenn dir mehr als drei bekannt vorkommen, geh dein Programm vor der Abreise noch einmal durch.

  1. Ohne Buchung zum Kaninchenstrand fahren, oder zu spät kommen

    In den letzten Saisons war der Zugang kostenlos, aber online zu buchen, mit zwei Zeitfenstern pro Tag und einer begrenzten Platzzahl. Wer gebucht hat, muss in der ersten Stunde des Zeitfensters am Eingang sein, sonst verfällt die Buchung und der Platz geht an die Warteliste. Am Ende des Zeitfensters gehen alle.

    Was du stattdessen tun solltest: Buche, sobald die Plätze freigeschaltet werden, prüfe die aktuellen Regeln auf der Seite des Reservats und rechne rückwärts, Parkplatz und Schlange am Eingang eingerechnet. Zwanzig Minuten zu früh sind besser als fünf Minuten zu spät.

  2. Mittags im August zum Kaninchenstrand hinuntergehen

    Am Strand gibt es fast keinen natürlichen Schatten, und der Rückweg führt rund 800 Meter über einen felsigen Pfad bergauf. Mitten am Tag ist dieser Aufstieg im August der anstrengendste Teil des Urlaubs.

    Was du stattdessen tun solltest: Nimm das frühe Zeitfenster am Morgen oder geh am Nachmittag, wenn die Sonne sinkt. Nimm viel Wasser, Hut und Sonnencreme mit: unten gibt es nichts zu kaufen.

  3. Den Roller zu spät buchen

    Der Roller ist das meistgenutzte Verkehrsmittel der Insel, und im August ist die Flotte Wochen im Voraus vergeben. Wer erst nach dem Flug bucht, steht womöglich genau dann ohne Fahrzeug da, wenn er die Insel erkunden will.

    Was du stattdessen tun solltest: Sichere dir das Fahrzeug zusammen mit der Reise, nicht danach. Wenn nichts mehr frei ist: im Sommer verbinden Stadtbuslinien Zentrum, Flughafen und Kaninchenstrand.

  4. Den Strand ohne Blick auf den Wind wählen

    Hier entscheidet der Wind alles. Der Schirokko trübt die Südküste ein und lässt Wellen auflaufen, der Mistral lässt genau diese Südküste perfekt daliegen. Dieselbe Bucht kann binnen vierundzwanzig Stunden ein Pool oder eine Waschmaschine sein.

    Was du stattdessen tun solltest: Schau am Vorabend die Windvorhersage an und wähle danach die Inselseite: bei Schirokko nach Osten, zur Cala Pisana, zur Cala Creta oder zum Mare Morto. Das ganze Schema steht in unserem Wind-Ratgeber.

  5. Die Pfade in Flip-Flops gehen

    Der Abstieg zum Kaninchenstrand und vor allem der Weg zur Cala Pulcino, rund vierzig Minuten über Felsen, schlecht markiert und ohne Schatten, sind unebenes Gelände. Flip-Flops bringen hier umgeknickte Knöchel und Schnitte, keinen Komfort.

    Was du stattdessen tun solltest: Geschlossene Schuhe mit profilierter Sohle, Wasser und Hut. Ein Kinderwagen auf dem Pfad zum Kaninchenstrand ist keine gute Idee: mit kleinen Kindern nimm lieber einen Strand, an den du fahren kannst.

  6. Die Bootstour auf den ersten Tag legen

    Starker Wind aus jeder Richtung führt zur Absage der Ausflüge. Wenn die Inselrundfahrt am ersten Tag steht und die See aufkommt, gibt es keine zweite Chance.

    Was du stattdessen tun solltest: Plane sie etwa in die Mitte deines Aufenthalts, dann bleiben dir zwei oder drei Tage Reserve. Behalte die Vorhersage im Blick und zieh sie ohne Zögern vor, wenn das Wetter passt.

  7. Sich nur auf die Karte verlassen

    Viele Kioske und kleine Betriebe nehmen lieber Bargeld, und in der Hochsaison bilden sich an den Geldautomaten im Ort Schlangen, oder sie sind am Wochenende leer.

    Was du stattdessen tun solltest: Komm mit Bargeld in der Tasche an und heb unter der Woche ab, nicht am Samstagabend. Die Karte bleibt für die größeren Rechnungen.

  8. Natürlichen Schatten am Strand erwarten

    Lampedusa ist eine flache Felseninsel: Bäume am Strand gibt es praktisch nicht. Nur wenige Strände in Ortsnähe wie Guitgia, Cala Croce und Cala Madonna haben Service und Liegen.

    Was du stattdessen tun solltest: Nimm einen Sonnenschirm mit, wo er erlaubt ist, oder teile den Tag: Meer am Morgen, Pause im Kühlen in den Mittagsstunden.

  9. Den Schirm neben den Nestern aufstellen oder nachts Licht machen

    Der Kaninchenstrand ist einer der wenigen italienischen Nistplätze der Meeresschildkröte Caretta caretta. Die abgesperrten Bereiche schützen Nester in der Inkubation, und nachts irritieren Taschenlampen und Blitze sowohl die Weibchen als auch die frisch geschlüpften Jungtiere.

    Was du stattdessen tun solltest: Bleib außerhalb der Absperrungen, stell nichts dort auf, wo es ausgeschildert ist, und lass nach Einbruch der Dunkelheit das Handylicht aus. Wenn du eine Schildkröte siehst, sag den Freiwilligen Bescheid und geh weg.

  10. Im Wasser etwas anfassen oder mitnehmen

    Du bist im Meeresschutzgebiet der Pelagischen Inseln. Organismen zu sammeln, Fische zu füttern oder auf Posidonia zu ankern ist verboten und schadet genau dem Meeresboden, für den du gekommen bist.

    Was du stattdessen tun solltest: Nur schauen, nimm alles wieder mit, was du ins Wasser gebracht hast, und prüfe die Zonenregeln auf der Seite des Meeresschutzgebiets: in Zone A ist Baden verboten, mit Ausnahme der Kanincheninsel.

  11. Ohne Plan B auf das Tragflügelboot setzen

    Das Tragflügelboot ab Porto Empedocle fährt nur im Sommer, mit wenigen Abfahrten pro Woche, und fällt bei bewegter See aus. Wenn die Rückfahrt auf den Flugtag ab Palermo oder Catania fällt, ist das Risiko real.

    Was du stattdessen tun solltest: Plane einen Tag Puffer ein, oder nimm die Fähre, die ganzjährig fährt und Seegang besser verträgt, oder gleich das Flugzeug. Prüfe am Vortag den Status der Verbindungen.

  12. Den falschen Zeitraum wählen und es vor Ort merken

    Die Woche um Ferragosto Mitte August ist die vollste und teuerste des Jahres, mit überfüllten Stränden und nichts mehr zu mieten. Der September bietet das Meer in seiner besten Temperatur, weniger Leute und noch lange Tage, dafür geht die Sonne früher unter und manche Saisonverbindungen werden dünner.

    Was du stattdessen tun solltest: Wenn du wählen kannst, nimm Juni oder September. Kommst du Mitte August, buche alles Monate vorher und leg deine Ausflüge in die ersten Morgenstunden.

Die zwölf Fehler in einer Tabelle

Eine Zeile pro Fehler: was er kostet und was der kürzeste Ausweg ist.

FehlerWas er kostetLösung
Kaninchenstrand ohne Buchung oder zu spät Ein Badetag weniger Online buchen und vor Ablauf der Frist am Eingang sein
Kaninchenstrand mittags im August Sonnenstich, harter Aufstieg Frühes oder nachmittägliches Zeitfenster, Wasser und Hut
Roller zu spät gebucht Keine Mobilität auf der Insel Zusammen mit der Reise buchen oder Sommerbus nutzen
Strand ohne Blick auf den Wind gewählt Trübes Wasser und Welle Vorhersage am Vorabend, bei Schirokko nach Osten
Pfade in Flip-Flops Umknicken, Schnitte, langsamer Rückweg Geschlossene Schuhe, Wasser, Hut
Bootstour am ersten Tag Ausflug abgesagt und nie nachgeholt In die Mitte des Aufenthalts legen
Nur Karte, kein Bargeld Kioske und kleine Ausgaben blockiert Bargeld dabeihaben, unter der Woche abheben
Schatten vorausgesetzt Unerträgliche Mittagsstunden Schirm, wo erlaubt, oder Strände mit Service
Schirm neben den Nestern, Licht bei Nacht Schaden an den Nestern und Bußgelder Außerhalb der Absperrungen bleiben, Licht aus
Im Wasser anfassen oder sammeln Schaden am Schutzgebiet und Bußgelder Nur schauen, nicht auf Posidonia ankern
Tragflügelboot ohne Plan B Verpasster Anschluss Ein Tag Puffer, Fähre oder Flug als Alternative
Falscher Reisezeitraum Hohe Preise und Schlangen Juni oder September, sonst Monate vorher buchen

Die Checkliste am Vorabend

Fünf Minuten, immer dieselben fünf, und der nächste Tag läuft rund.

  • Wind: Richtung und Stärke für morgen prüfen, dann die Inselseite wählen.
  • Buchungen: Kaninchenstrand, Bootstour und einen eventuellen Tisch bestätigen.
  • Wasser und Sonne: Flasche gefüllt, Sonnencreme, Hut, ein leichtes Shirt für den Pfad.
  • Bargeld: prüfen, ob du genug für Kioske und kleine Ausgaben dabeihast.
  • Sonnenuntergang: wenn ein Aussichtspunkt geplant ist, die Uhrzeit prüfen und früher losfahren.

Vier Dinge, die du nicht unterschätzen solltest

Die Insel ist nicht gefährlich, aber klein, heiß und exponiert: Ärger kommt hier fast immer von der Sonne, vom Meer oder von der Straße.

  • Sonne: zwischen 11 und 16 Uhr gibt es fast nirgends Schatten. Wasser, Hut und Pausen im Kühlen sind kein Luxus.
  • Pfade: felsige Wege ohne Service und ohne Wasser. Wenn du nach Sonnenuntergang zurückkommst, nimm eine Taschenlampe mit.
  • Bewegte See: wenn die Ausflüge ausfallen, hat das einen Grund. Verzichte bei Welle auf Schnorcheln und exponierte Klippen.
  • Roller: immer Helm, achte auf Sand und Schotter auf den Nebenstraßen, nie barfuß oder in Flip-Flops. Auf der Insel gibt es eine Ambulanz mit Notaufnahme und eine Druckkammer, ernste Fälle werden aber nach Sizilien ausgeflogen.

Häufige Fragen

Muss man wirklich alles buchen?

Unterkunft, Flug oder Schiff und Roller ja: das sind in der Hochsaison die drei Dinge, die zuerst weg sind. Dazu kommen der Kaninchenstrand, dessen Zugang begrenzt ist, und die Bootstour. Den Rest kannst du vor Ort entscheiden, wobei du im August einen Tisch am frühen Abend leichter findest.

Geht Lampedusa auch ohne Roller?

Ja, wenn du im Ort wohnst. Guitgia, Cala Madonna, Hafen und Flughafen erreichst du zu Fuß, und im Sommer verbinden Stadtbuslinien das Zentrum mit dem Kaninchenstrand, mit regelmäßigen Fahrten über den Tag. Taxis gibt es, in der Hochsaison aber wenige: du solltest sie vorbestellen.

Wie viel Bargeld sollte ich dabeihaben?

Genug für einen ganzen Tag mit Kiosk, Liege, einem schnellen Mittagessen und Kleinigkeiten, und zwar pro Person. Die Geldautomaten stehen im Ort: heb unter der Woche ab und warte nicht bis Samstagabend oder bis zum letzten Tag.

Ist der Pfad zum Kaninchenstrand gefährlich?

Gefährlich nicht, ein Spaziergang aber auch nicht. Es sind rund 800 Meter bergab über felsigen Untergrund, fünfzehn bis zwanzig Minuten, und der Rückweg geht bei Hitze und ohne Schatten bergauf. Mit geschlossenen Schuhen und Wasser schaffen ihn alle, Kinder eingeschlossen. Den Kinderwagen lässt du besser im Auto.

Was mache ich, wenn das Tragflügelboot ausfällt?

Zuerst die Seite der Reederei prüfen, denn Absagen fallen manchmal erst wenige Stunden vorher. Die Fähre fährt ganzjährig und verträgt bewegte See besser, braucht aber mehrere Stunden und fährt meist nachts; das Flugzeug bleibt die schnellste Alternative. Informiere sofort deine Unterkunft und halte bei einem Anschlussflug immer einen Tag Puffer frei.

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Erst buchen, dann in Ruhe entscheiden

Bootstouren und Ausflüge sind an den ruhigen Seetagen schnell voll. Wer vorher schaut, was frei ist, muss nicht in letzter Minute nach einem Platz suchen.

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