
Schnorcheln auf Lampedusa, wo und wie
Maske, Schnorchel und ein paar Meter Wasser. Auf Lampedusa beginnt die schönste Unterwasserwelt direkt vor dem Ufer: hier findest du die Stellen, die du zu Fuß erreichst, jene, die du nur vom Boot aus siehst, und die Regeln des Meeresschutzgebiets.
Warum Lampedusa zum Schnorcheln gemacht ist
Lampedusa ist eine Kalkplatte, die ohne Flüsse ins Meer abfällt, und im Wasser schwebt kaum feiner Sand. Das merkst du, sobald du den Kopf untertauchst: weite Sicht, Licht, das noch in acht oder zehn Metern den Grund erreicht, klare Konturen. Und du brauchst kein Boot für einen interessanten Grund, denn der Fels beginnt oft wenige Meter hinter der Wasserlinie.
- Klares Wasser fast die ganze Saison über, vor allem bei Mistral, der das Meer an der Südseite flach hält.
- Felsgrund und Neptungraswiesen dicht am Ufer, das Leben ist also genau dort, wo du hinschwimmst.
- Ein Teil des Meeres gehört zum Meeresschutzgebiet Isole Pelagie, und in den geschützten Zonen sind die Fische größer und weniger scheu.
- Kleine, geschützte Buchten: wenn eine Seite Welle hat, findest du fast immer eine ruhige auf der anderen Inselseite.
Auch der Maßstab der Insel zählt: gut zwanzig Quadratkilometer, vom Ort bis Cala Creta ein paar Minuten, bis Capo Ponente eine Viertelstunde. Du entscheidest am selben Morgen, wo du ins Wasser gehst, je nachdem, woher der Wind weht, und disponierst am Nachmittag um, ohne den Tag zu verlieren.
Die Regeln des Meeresschutzgebiets Isole Pelagie
Das Meer um Lampedusa, Linosa und Lampione gehört zum Meeresschutzgebiet Isole Pelagie, verwaltet von der Gemeinde Lampedusa e Linosa. Der Schutz ist nicht überall gleich: das Gebiet ist in drei Zonen geteilt, und in welcher du bist, entscheidet darüber, was du darfst.
- Zone A, Vollreservat. Das Meer nördlich von Capo Grecale, der Abschnitt vor der Kanincheninsel und der Streifen nördlich von Linosa. Höchster Schutz und Badeverbot, mit einer bekannten Ausnahme, dem Kaninchenstrand.
- Zone B, allgemeines Reservat. Aktivitäten sind erlaubt, aber geregelt, manche brauchen eine Genehmigung der Verwaltung. Baden und Schnorcheln gehören zu den erlaubten.
- Zone C, Teilreservat. Der Pufferstreifen zum offenen Meer, wo Aktivitäten mit geringer Wirkung zugelassen sind, Schnorcheln eingeschlossen.
Überall gelten drei Verbote, unabhängig von der Zone.
- Nichts anfassen und nichts mitnehmen, weder Lebewesen noch Muscheln oder Steine.
- Nicht auf Neptungras ankern: die Wiese ist geschütztes Habitat, ein Anker reißt sie in Sekunden auf.
- Die Fische nicht füttern, das verändert ihr Verhalten und macht sie von Badegästen abhängig.
Zone A, schauen ja, schwimmen nein
Wenn du auf eigene Faust mit einem kleinen Boot unterwegs bist oder der Küste schwimmend folgst: in Zone A ist Baden verboten, und Bußgelder gibt es wirklich. Das Wasser vor der Kanincheninsel ist Zone A, der Strand ist die einzige Ausnahme.
Die Detailregeln ändern sich mit der Zeit und können durch saisonale Verfügungen ergänzt werden. Sieh vor der Abreise auf der offiziellen Seite des Meeresschutzgebiets nach und lies die Schilder an den Zugängen, dort steht die gültige Fassung.
Die Stellen, die du vom Ufer erreichst
Hier parkst du, gehst hinunter und schwimmst los. In der Tabelle steht zu jeder Stelle die Inselseite, und genau diese Angabe rettet dir den Tag: bei Schirokko wird die Südseite unruhig und trüb, bei Mistral ist sie die beste Seite der Insel.
| Stelle | Inselseite | Zugang | Grund | Niveau | Bester Wind |
|---|---|---|---|---|---|
| Cala Creta | Ost | Über Felsen, leichter Einstieg | Fels, sofort tief | Mittel | Schirokko |
| Mare Morto (Cala Calandra) | Nordost | Vom felsigen Ufer | Felsig, geschützte Bucht | Leicht | Schirokko |
| Cala Pisana | Ost | Sand und Fels, bequem | Flach und sandig, dann Fels | Leicht | Schirokko |
| Cala Francese | Südost | Abgelegene Bucht | Sand mit Fels | Mittel | Mistral |
| Cala Pulcino | Südwest | 40 Minuten zu Fuß über Felsen | Einer der schönsten der Insel | Mittel | Mistral |
| Kaninchenstrand | Südwest | 800 m Pfad, Schichten mit Buchung | Flacher Sand, Fels Richtung Inselchen | Leicht | Mistral |
| Cala Croce | Süd | Parkplatz am Eingang, nah am Ort | Flach und sandig, Fels an den Seiten | Leicht | Mistral |
| Guitgia | Süd | Zu Fuß vom Ort | Sandig und flach | Leicht | Mistral |
Zwei Hinweise. Cala Pulcino belohnt dich mit einem der schönsten Gründe der Insel, aber du läufst rund vierzig Minuten über Felsen, auf einem schlecht markierten Weg, ohne Schatten und ohne Einrichtungen: früh losgehen und Wasser mitnehmen. Der Kaninchenstrand wird in der Saison in zwei Schichten besucht, vormittags und nachmittags, mit kostenloser, aber verpflichtender Onlinebuchung und begrenzter Zahl an Eintritten; prüfe Schichten und Regeln vor der Abreise auf der Seite des Reservats. Im Wasser bleibst du im ausgeschilderten nutzbaren Bereich.
Die Stellen, die du nur vom Meer aus siehst
Die Nordküste ist eine Wand aus Steilklippen und hat keinen Strand, den du von Land erreichst. Auch im Südwesten gibt es Buchten ohne Pfad. Genau dort ist das Wasser am schönsten, und der einzige Weg, dort die Maske aufzusetzen, führt über das Meer.
- Tabaccara. Südwesten, nur vom Meer erreichbar: einer der blauesten Abschnitte der Insel und feste Station der Bootstouren, mit hellem Grund, der das Licht zurückwirft.
- Nordküste, Grotten und Klippen. Senkrechte Wände, Bögen und Meeresgrotten, direkt unter dem Boot tiefes Wasser. Meist Teil der Inselrundfahrt.
- Die offene Seite des Kanincheninselchens. Du siehst sie vom Boot während des Stopps vor dem Reservat. Denk daran: Zone A, die Regeln im Wasser sind streng.
- Lampione. Ein einzelner Felsen im Westen, Gründe für erfahrene Taucher und eine eigene Ausfahrt: nichts für spontanes Schnorcheln.
Deshalb ist die Bootstour kein touristisches Extra, sondern das fehlende Stück: in einem halben Tag deckst du die Stellen ab, die es von Land aus nicht gibt. Bei starkem Wind fallen die Ausfahrten aus, plane sie also früh im Aufenthalt und halte einen Reservetag frei.
Was du unter Wasser siehst
Erwarte kein Korallenriff: du findest ein gesundes Mittelmeer, und das ist etwas anderes und Selteneres. Am Fels, zwischen drei und zehn Metern, sind das die häufigsten Begegnungen.
- Geißbrassen und Brandbrassen in kleinen Gruppen, oft im Freiwasser über dem Fels.
- Dunkle Mönchsfische, die bei Strömung wie eine Wolke ziehen.
- Meerjunker, bunt, neugierig und blitzschnell, fast überall auf gemischtem Grund.
- Kraken in ihren Höhlen, erkennbar an den Muschelschalen vor dem Eingang.
- Zackenbarsche in den besser geschützten Zonen, reglos im Schatten eines Felsvorsprungs.
- Neptungraswiesen, keine Alge und kein Schmutz, sondern eine Meerespflanze und ein Zeichen für sauberes Wasser.
Die Caretta-caretta-Schildkröten sind da und nisten auf der Insel, doch beim Schnorcheln vom Ufer triffst du sie selten: viel häufiger tauchen sie während einer Bootsausfahrt auf. Wenn du eine siehst, verfolge sie nicht und fass sie nicht an.
Ausrüstung und Sicherheit
Du brauchst wenig, aber das Wenige muss sitzen.
- Eine Maske, die ohne festes Band dichthält: probiere sie trocken, sie soll allein durch Einatmen im Gesicht bleiben.
- Einen einfachen Schnorchel und kurze Flossen, das reicht dicht unter der Küste völlig.
- Eine Signalboje, wenn du dich vom Ufer oder vom Boot entfernst: in Italien ist sie Pflicht, du bleibst im Umkreis von fünfzig Metern, Boote müssen hundert Meter Abstand halten.
- Ein langärmeliges Lycrashirt oder ein T-Shirt: der Rücken liegt stundenlang in der Sonne und verbrennt unbemerkt.
- Badeschuhe für den Einstieg über Felsen, und der ist hier die Regel.
- Wasser und eine Kopfbedeckung für danach, denn Schatten gibt es auf der Insel kaum.
Die richtige Tageszeit
Geh früh am Morgen ins Wasser. Das Meer ist ruhiger, der thermische Wind hat noch nicht aufgefrischt, das Licht hebt die Farben und es liegen weniger Boote vor Anker. Am Nachmittag sinkt die Sicht fast immer.
Zur Sicherheit zählen drei Regeln mehr als alle anderen: geh nie allein, achte an den Landspitzen und an den Rändern der Buchten auf die Strömung, und quere nie die Mitte einer Ankerbucht, denn an der Oberfläche bist du für Steuerleute fast unsichtbar. Wenn du auch tauchen willst: auf der Insel gibt es eine Druckkammer.
Dreht der Wind, wechselst du die Stelle
Die Inselregel gilt auch unter Wasser: der Wind entscheidet, wo du reingehst. Bei Mistral aus Nordwest bleibt das Meer im Süden und Südwesten flach, Cala Croce, Guitgia, Cala Francese und der Kaninchenstrand zeigen sich dann von der besten Seite. Bei Schirokko aus Südost baut sich an der Südseite Welle auf und das Wasser wird trüb, dann wechselst du nach Osten und Nordosten, an die Cala Pisana, die Cala Creta und Mare Morto.
Strand für Strand findest du das hier: Strände nach Wind
Häufige Fragen
Brauche ich eine Genehmigung zum Schnorcheln im Meeresschutzgebiet?
Nein. Zum Schnorcheln in den Zonen B und C brauchst du keine persönliche Genehmigung, du hältst dich einfach an die Regeln: nichts sammeln, nicht auf Neptungras ankern, die Fische nicht füttern. Zone A bleibt fürs Baden gesperrt, organisierte Aktivitäten brauchen eine Genehmigung der Verwaltung.
Darf ich am Kaninchenstrand schnorcheln?
Ja, er ist die Ausnahme, die das Baden in einer Zone A erlaubt. In der Saison läuft der Zugang aber über zwei Schichten mit verpflichtender Onlinebuchung und begrenzten Plätzen, und im Wasser bleibst du im ausgeschilderten Bereich. Der Grund vor dem Ufer ist flach und sandig.
Welche ist die beste Stelle vom Ufer aus?
Wenn du nur eine Adresse willst: Cala Creta. Leichter Einstieg über die Felsen, sofort tiefes Wasser und einer der schönsten Gründe der Insel wenige Meter vom Ufer. Bei Mistral ist dagegen Cala Pulcino die richtige Wahl, wenn du den Fußweg auf dich nimmst.
Ist das etwas für Kinder?
Ja, wenn du die Stelle passend wählst. Guitgia, Cala Croce und Cala Pisana haben flachen Sandgrund dicht am Ufer, ideal für die ersten Male mit der Maske. Einstiege über Klippen und offene Buchten meidest du besser, und gegen die Sonne gehört immer ein Lycrashirt dazu.
Sieht man die Schildkröten?
Vom Ufer aus selten. Lampedusa ist ein Nistplatz und die Schildkröten sind in diesen Gewässern unterwegs, doch gesichtet werden sie fast immer weiter draußen, bei den Bootsausfahrten. Auf der Insel gibt es außerdem eine Erstversorgungsstation für Meeresschildkröten in den Räumen des Meeresschutzgebiets.
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Tabaccara und Nordküste, nur mit dem Boot
Die besten Stellen der Insel haben keinen Pfad: du erreichst sie über das Meer, mit den Ausfahrten, die morgens vom Hafen starten.