Schnorcheln auf Lampedusa, wo und wie
Foto: Hein56didden / CC BY-SA 3.0

Schnorcheln auf Lampedusa, wo und wie

Maske, Schnorchel und ein paar Meter Wasser. Auf Lampedusa beginnt die schönste Unterwasserwelt direkt vor dem Ufer: hier findest du die Stellen, die du zu Fuß erreichst, jene, die du nur vom Boot aus siehst, und die Regeln des Meeresschutzgebiets.

Warum Lampedusa zum Schnorcheln gemacht ist

Lampedusa ist eine Kalkplatte, die ohne Flüsse ins Meer abfällt, und im Wasser schwebt kaum feiner Sand. Das merkst du, sobald du den Kopf untertauchst: weite Sicht, Licht, das noch in acht oder zehn Metern den Grund erreicht, klare Konturen. Und du brauchst kein Boot für einen interessanten Grund, denn der Fels beginnt oft wenige Meter hinter der Wasserlinie.

Auch der Maßstab der Insel zählt: gut zwanzig Quadratkilometer, vom Ort bis Cala Creta ein paar Minuten, bis Capo Ponente eine Viertelstunde. Du entscheidest am selben Morgen, wo du ins Wasser gehst, je nachdem, woher der Wind weht, und disponierst am Nachmittag um, ohne den Tag zu verlieren.

Die Regeln des Meeresschutzgebiets Isole Pelagie

Das Meer um Lampedusa, Linosa und Lampione gehört zum Meeresschutzgebiet Isole Pelagie, verwaltet von der Gemeinde Lampedusa e Linosa. Der Schutz ist nicht überall gleich: das Gebiet ist in drei Zonen geteilt, und in welcher du bist, entscheidet darüber, was du darfst.

Überall gelten drei Verbote, unabhängig von der Zone.

Zone A, schauen ja, schwimmen nein

Wenn du auf eigene Faust mit einem kleinen Boot unterwegs bist oder der Küste schwimmend folgst: in Zone A ist Baden verboten, und Bußgelder gibt es wirklich. Das Wasser vor der Kanincheninsel ist Zone A, der Strand ist die einzige Ausnahme.

Die Detailregeln ändern sich mit der Zeit und können durch saisonale Verfügungen ergänzt werden. Sieh vor der Abreise auf der offiziellen Seite des Meeresschutzgebiets nach und lies die Schilder an den Zugängen, dort steht die gültige Fassung.

Die Stellen, die du vom Ufer erreichst

Hier parkst du, gehst hinunter und schwimmst los. In der Tabelle steht zu jeder Stelle die Inselseite, und genau diese Angabe rettet dir den Tag: bei Schirokko wird die Südseite unruhig und trüb, bei Mistral ist sie die beste Seite der Insel.

Vom Ufer erreichbare Schnorchelstellen auf Lampedusa
Stelle Inselseite Zugang Grund Niveau Bester Wind
Cala Creta Ost Über Felsen, leichter Einstieg Fels, sofort tief Mittel Schirokko
Mare Morto (Cala Calandra) Nordost Vom felsigen Ufer Felsig, geschützte Bucht Leicht Schirokko
Cala Pisana Ost Sand und Fels, bequem Flach und sandig, dann Fels Leicht Schirokko
Cala Francese Südost Abgelegene Bucht Sand mit Fels Mittel Mistral
Cala Pulcino Südwest 40 Minuten zu Fuß über Felsen Einer der schönsten der Insel Mittel Mistral
Kaninchenstrand Südwest 800 m Pfad, Schichten mit Buchung Flacher Sand, Fels Richtung Inselchen Leicht Mistral
Cala Croce Süd Parkplatz am Eingang, nah am Ort Flach und sandig, Fels an den Seiten Leicht Mistral
Guitgia Süd Zu Fuß vom Ort Sandig und flach Leicht Mistral

Zwei Hinweise. Cala Pulcino belohnt dich mit einem der schönsten Gründe der Insel, aber du läufst rund vierzig Minuten über Felsen, auf einem schlecht markierten Weg, ohne Schatten und ohne Einrichtungen: früh losgehen und Wasser mitnehmen. Der Kaninchenstrand wird in der Saison in zwei Schichten besucht, vormittags und nachmittags, mit kostenloser, aber verpflichtender Onlinebuchung und begrenzter Zahl an Eintritten; prüfe Schichten und Regeln vor der Abreise auf der Seite des Reservats. Im Wasser bleibst du im ausgeschilderten nutzbaren Bereich.

Die Stellen, die du nur vom Meer aus siehst

Die Nordküste ist eine Wand aus Steilklippen und hat keinen Strand, den du von Land erreichst. Auch im Südwesten gibt es Buchten ohne Pfad. Genau dort ist das Wasser am schönsten, und der einzige Weg, dort die Maske aufzusetzen, führt über das Meer.

Deshalb ist die Bootstour kein touristisches Extra, sondern das fehlende Stück: in einem halben Tag deckst du die Stellen ab, die es von Land aus nicht gibt. Bei starkem Wind fallen die Ausfahrten aus, plane sie also früh im Aufenthalt und halte einen Reservetag frei.

Was du unter Wasser siehst

Erwarte kein Korallenriff: du findest ein gesundes Mittelmeer, und das ist etwas anderes und Selteneres. Am Fels, zwischen drei und zehn Metern, sind das die häufigsten Begegnungen.

Die Caretta-caretta-Schildkröten sind da und nisten auf der Insel, doch beim Schnorcheln vom Ufer triffst du sie selten: viel häufiger tauchen sie während einer Bootsausfahrt auf. Wenn du eine siehst, verfolge sie nicht und fass sie nicht an.

Ausrüstung und Sicherheit

Du brauchst wenig, aber das Wenige muss sitzen.

  1. Eine Maske, die ohne festes Band dichthält: probiere sie trocken, sie soll allein durch Einatmen im Gesicht bleiben.
  2. Einen einfachen Schnorchel und kurze Flossen, das reicht dicht unter der Küste völlig.
  3. Eine Signalboje, wenn du dich vom Ufer oder vom Boot entfernst: in Italien ist sie Pflicht, du bleibst im Umkreis von fünfzig Metern, Boote müssen hundert Meter Abstand halten.
  4. Ein langärmeliges Lycrashirt oder ein T-Shirt: der Rücken liegt stundenlang in der Sonne und verbrennt unbemerkt.
  5. Badeschuhe für den Einstieg über Felsen, und der ist hier die Regel.
  6. Wasser und eine Kopfbedeckung für danach, denn Schatten gibt es auf der Insel kaum.

Die richtige Tageszeit

Geh früh am Morgen ins Wasser. Das Meer ist ruhiger, der thermische Wind hat noch nicht aufgefrischt, das Licht hebt die Farben und es liegen weniger Boote vor Anker. Am Nachmittag sinkt die Sicht fast immer.

Zur Sicherheit zählen drei Regeln mehr als alle anderen: geh nie allein, achte an den Landspitzen und an den Rändern der Buchten auf die Strömung, und quere nie die Mitte einer Ankerbucht, denn an der Oberfläche bist du für Steuerleute fast unsichtbar. Wenn du auch tauchen willst: auf der Insel gibt es eine Druckkammer.

Dreht der Wind, wechselst du die Stelle

Die Inselregel gilt auch unter Wasser: der Wind entscheidet, wo du reingehst. Bei Mistral aus Nordwest bleibt das Meer im Süden und Südwesten flach, Cala Croce, Guitgia, Cala Francese und der Kaninchenstrand zeigen sich dann von der besten Seite. Bei Schirokko aus Südost baut sich an der Südseite Welle auf und das Wasser wird trüb, dann wechselst du nach Osten und Nordosten, an die Cala Pisana, die Cala Creta und Mare Morto.

Strand für Strand findest du das hier: Strände nach Wind

Häufige Fragen

Brauche ich eine Genehmigung zum Schnorcheln im Meeresschutzgebiet?

Nein. Zum Schnorcheln in den Zonen B und C brauchst du keine persönliche Genehmigung, du hältst dich einfach an die Regeln: nichts sammeln, nicht auf Neptungras ankern, die Fische nicht füttern. Zone A bleibt fürs Baden gesperrt, organisierte Aktivitäten brauchen eine Genehmigung der Verwaltung.

Darf ich am Kaninchenstrand schnorcheln?

Ja, er ist die Ausnahme, die das Baden in einer Zone A erlaubt. In der Saison läuft der Zugang aber über zwei Schichten mit verpflichtender Onlinebuchung und begrenzten Plätzen, und im Wasser bleibst du im ausgeschilderten Bereich. Der Grund vor dem Ufer ist flach und sandig.

Welche ist die beste Stelle vom Ufer aus?

Wenn du nur eine Adresse willst: Cala Creta. Leichter Einstieg über die Felsen, sofort tiefes Wasser und einer der schönsten Gründe der Insel wenige Meter vom Ufer. Bei Mistral ist dagegen Cala Pulcino die richtige Wahl, wenn du den Fußweg auf dich nimmst.

Ist das etwas für Kinder?

Ja, wenn du die Stelle passend wählst. Guitgia, Cala Croce und Cala Pisana haben flachen Sandgrund dicht am Ufer, ideal für die ersten Male mit der Maske. Einstiege über Klippen und offene Buchten meidest du besser, und gegen die Sonne gehört immer ein Lycrashirt dazu.

Sieht man die Schildkröten?

Vom Ufer aus selten. Lampedusa ist ein Nistplatz und die Schildkröten sind in diesen Gewässern unterwegs, doch gesichtet werden sie fast immer weiter draußen, bei den Bootsausfahrten. Auf der Insel gibt es außerdem eine Erstversorgungsstation für Meeresschildkröten in den Räumen des Meeresschutzgebiets.

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